


Im Herbst 1943 flieht die junge Berlinerin Rosa vor den Bomben des Krieges in ein abgelegenes Dorf nahe der Ostgrenze des Deutschen Reiches. Dort entdeckt sie, dass sich in den umliegenden Wäldern Hitlers Hauptquartier, die Wolfsschanze, befindet. Getrieben von der Angst vor Vergiftung lässt das Regime eine Gruppe junger Frauen zwangsrekrutieren: Sie sollen die für Adolf Hitler bestimmten Speisen vorkosten.
Rosa und die anderen Frauen leben fortan zwischen Hunger, Todesangst und Angst vor Bestrafung. In dieser extremen Zwangsgemeinschaft entstehen Bündnisse, Freundschaften und stille Absprachen. Alles bleibt streng überwacht, jede Mahlzeit kann die letzte sein. Als Rosa erfährt, dass eine der Frauen Jüdin ist, wird ihr die ganze Brutalität des Systems bewusst – und sie steht vor der Entscheidung, ob sie sich selbst in Gefahr bringt, um ihre Freundin zu retten.
Basierend auf wahren Begebenheiten und dem internationalen Bestseller Die Vorkosterinnen von Rosella Postorino erzählt DIE VORKOSTERIN ein eindringliches NS-Drama aus konsequent subjektiver Perspektive. Der Film bleibt nah bei Rosa und ihren Schicksalsgenossinnen und zeigt Angst, Verzweiflung und die kalte Effizienz eines totalitären Systems, das Menschen zu lebenden Versuchskaninchen macht.
Ausgezeichnet mit dem Prädikat „wertvoll“ von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW), die dazu unter anderem in ihrer Jurybegründung schreibt: „Erzählt wird die Geschichte konsequent aus der Perspektive der Protagonistin Rosa Bauer. Und Elisa Schlott, die in jeder Einstellung zu sehen ist, trägt den Film, weil es ihr gelingt, durch ihre einfühlsame und sensible Darstellung, diese Filmfigur sehr plastisch und komplex lebendig werden zu lassen. (…) Am stärksten sind Silvio Soldini und das gut gecastete Schauspieler*innen-Ensemble dagegen immer dann, wenn sie zeigen, wie diese Gruppe von Menschen in ihrer Zwangsgemeinschaft zusammenleben. Eine weitere Stärke des Films sieht die Jury auch darin, dass die Bewacher der Frauen nicht als Nazikarikaturen gezeichnet werden, sondern als Männer, die durch ihre Abrichtung in einem toxischen System ihre Menschlichkeit verloren haben.“

