


Pelin Yolcu lebt als alleinerziehende Tätowiererin mit ihren drei Kindern im Berliner Stadtteil Wedding. Trotz Schulden, Übermüdung und permanenter Belastung liebt sie ihren Beruf und kämpft entschlossen für die Unabhängigkeit ihrer Familie. Unterstützung erhält sie nur begrenzt von ihrem Freund Edin, der sie ausschließlich nachts besucht.
Als Pelins Sohn Elvis in Edins Jackentasche bunte Pillen findet, kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Das Jugendamt schaltet sich ein, und Pelin droht, ihre Kinder zu verlieren. Vor Gericht gelingt es ihr, die zuständige Richterin davon zu überzeugen, ihr eine letzte Chance zu geben. Pelin wird gemeinsam mit ihren Kindern zu einer Mutter-Kind-Kur an die Nordsee geschickt.
In der Klinik treffen Frische Luft, Erholung und Zeit zum Nachdenken auf eine Realität aus Regeln, Kontrolle und therapeutischer Fürsorge. Pelin begegnet Christa, einer angepassten, kontrollierten Mit-Vierzigerin, die zum Gegenentwurf ihres eigenen Lebens wird. Zwischen Unterstützung, Bevormundung und innerem Widerstand stellt sich für Pelin die zentrale Frage: Wo endet Hilfe – und wo beginnt der Verlust von Selbstbestimmung? Als Edin sie in der Klinik aufsucht und erneut um ihre Liebe wirbt, muss Pelin eine Entscheidung treffen, die ihr Leben und das ihrer Kinder nachhaltig verändern wird.
Gewinner "Wettbewerb Langfilm" beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2011 ist dieses einfühlsames Sozialdrama eine stimmige Sozialstudie mit einer erfrischenden und leuchtenden Maryam Zaree in der Hauptrolle. Weiter Preise und Auszeichnungen sind der SR/ZDF Drehbuchpreis, achtung Berlin 2011 – new film award, Neisse Filmfestival 2011 – Preis für Bester Spielfilm, Festival de Cinema, Nantes 2011, Dubai International Filmfestival 2011. Am 18.10.2012 verlieh die Ministerin den Juliane Bartel Medienpreis 2012 an Autorinnen und Autoren, die einen Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit leisten oder Rollenkonflikte und Missstände aufzeigen.

