


Mächtig türmen sich die Schneemassen auf den tief verschneiten Hängen. Auf steilen Graten hat der Wind bizarre Schneewechten geformt, und weiter unten tragen Zirben schwer an der glitzernden Pracht. Der Arlberg ist der Inbegriff winterlicher Idylle und die Wiege des alpinen Skilaufs. Doch das berühmte Skigebiet, das Tirol und Vorarlberg verbindet, ist noch viel mehr: In den schwer zugänglichen Tälern und an den zerklüfteten Gebirgsstöcken ist ein Stück unberührte Natur erhalten geblieben.
Wenn im Frühling der Winter das Land aus seinem eisigen Griff entlässt, kommen geologische Juwelen ans Tageslicht, die Berghänge erstrahlen in den bunten Farben der Orchideenwiesen, und in den steilen Felsrinnen toben junge Gämsen und Steinböcke.
Seit nunmehr 100 Jahren wird der Arlberg touristisch genutzt und doch gibt es hier eine atemberaubende Orchideenflora, große Gruppen von Stein- und Rotwild und eine nahezu unübersehbare Anzahl von Murmeltieren. Im Winter sind weite Teile des Gebietes für Menschen unzugänglich und im Sommer gehören den Erholungssuchenden die Wanderwege, den Tieren aber der Rest der Landschaft. In der Arlbergregion ist es gelungen, trotz touristischer Nutzung unberührte Natur zu erhalten. Eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt findet hier noch Lebensräume. Es scheint also doch so etwas wie eine "friedliche Koexistenz" von Mensch und Natur zu geben.

