


Was bedeutet es, in einem neuen Land anzukommen, während Krieg, Verlust und die Trennung von der Familie nachwirken? In einer Integrationsklasse an der Berufsfachschule Langenthal begegnen sich Jugendliche aus Afghanistan, Syrien, der Ukraine, Eritrea und Thailand. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Renata Keller halten sie zwei Schuljahre ihres Lebens in der Schweiz filmisch fest.
Die Lernenden besuchen ein Brückenangebot. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen mit und beschäftigen sich mit der Frage, wie es ist, in einer anderen Kultur Fuß zu fassen. Wie nehmen sie die Menschen in der Schweiz wahr? Was haben Krieg und Flucht in ihrem Leben verändert? Und welche Perspektiven eröffnet ihnen das Leben am neuen Ort? Auch die Entwicklung des Klassenzusammenhalts gehört zu dieser gemeinsamen Auseinandersetzung.
DAS GLAS IST HALBVOLL ist ein Film, den die Jugendlichen selbst mitentwickeln. Renata Keller begleitet sie als Lehrerin, Regisseurin und Produzentin und leitet den Gestaltungsprozess an. Die Lernenden sind an der filmischen Umsetzung beteiligt und bringen ihre eigenen Geschichten und Sichtweisen ein. Aus ihren Erlebnissen, Handlungen und Reflexionen entsteht eine Collage über das Ankommen, das Miteinander und den Blick auf die eigene Zukunft.
Das gemeinsam erarbeitete Filmprojekt folgt damit auch einer inneren Reise. Persönliche Lebensgeschichten stehen neben der Frage, wie aus einer Gruppe mit unterschiedlichen Hintergründen eine Gemeinschaft werden kann. Im Zentrum bleiben die Erfahrungen der Jugendlichen und die Veränderungen ihrer Lebensperspektiven. Der Titel führt diese Fragen in einem einfachen Bild zusammen: Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Eine gemeinsame Reflexion darüber, wie junge Menschen ihr Leben wahrnehmen und ihren Platz in einer neuen Umgebung suchen.

