


In Tibet hat der Buddhismus über mehr als tausend Jahre seine ganz eigene Prägung gefunden. Zur Zeitwende und die Jahrhunderte danach gab es in Nordindien die sagenhaften sieben buddhistischen Königreiche.
Es war eine Blütezeit. Bis 1300 eroberte dann der Islam Nordindien und errichtete das Sultanat von Delhi. Alle sieben Buddha-Reiche wurden ausgelöscht. Buddha wurde zur Anti-Gestalt und seine bekennenden Anhänger getötet. Im Zuge dieser weitläufigen Verfolgung kam es zur Flucht vieler hochrangiger spirituell verehrter Buddhisten in den Himalaya, in seine Unzugänglichkeit hinein. Und nur die Widerstandsfähigsten schafften es bis Tibet. Der Islam hat sich auf dem Dach der Welt nie festsetzen können, das gelang nicht einmal den Engländern, zu rauh, zu hoch (immer zwischen vier- und fünfeinhalbtausend Meter). Der dort bereits existierende Nomaden-Kult der Bön hatte schon buddhistische Züge aus Vorzeiten. Natürlich waren dort auch vor der Zeitwende buddhistische Saddhus hingewandert und hatten über die großen Zeiträume Spuren hinterlassen. Im frühen Mittelalter aber war es eine Massenflucht vor Krieg und Tyrannei. Das mündete auch in Tibet in mächtige wirtschaftliche und kulturhistorische Umwälzungen. Noch heute, sogar im chinesisch besetzten Tibet, gibt es sehr lebendige Bön- und Buddha-Bräuche aus dieser mittelalterlichen Prägung.
Es gibt z.B. heute noch eine im großen Stil praktizierte Klostermalerei. Und eines der hervorstechendsten Motive dort ist das "Rad des Lebens", "Das Rad der Wiederkehr" wie ich es nannte. Dieser Film offenbart seine Symbolik und versucht etwas Licht auf seine Hintergründe zu werfen. ~ Regisseur Frank Fiedler (18.7.2024)

