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29 Min
Ab 12 Jahren
Deutschland
2013
deutsch
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Verlauf

DER GESCHMACK EUROPAS

S1F3 - SIEBENBÜRGEN

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Filmbeschreibung

Wie isst Europa? Das mehrfach preisgekrönte Serienformat „Der Geschmack Europas“ bietet Antworten auf diese Frage und begibt sich auf kulturkulinarische Landvermessung unseres Kontinents. Die Vielseitigkeit Europas ist nicht einfach zu ergründen, denn auf kleinstem Platz sind die verschiedensten Sprachen, Menschen und Kulturen zu finden. Auf jeden Fall muss man sich auf eine Reise begeben - lesend oder wandernd, am besten aber auch essend und trinkend. Denn auf diesem Streifzug durch das Land und seine heimischen Küchen entdeckt man so manches über die Geschichte und Kultur Europas.

Die Portrairehe erkundet die kulinarischen Kulturen unseres Kontinents und unternimmt eindrucksvolle Streifzüge durch europäische Regionen und ihre Küchen, die geschichtliche, landschaftliche, geografische und kulturelle Hintergründe einfließen lässt. In den kulinarischen Reisereportagen kredenzt Präsentator Lojze Wieser, Gastrosoph, Autor und Verleger, fremde und vertraute Gerichte der europäischen Speisetafel. Mit außergewöhnlichen Menschen, die tief verwurzelt sind mit der jeweiligen Region, spricht er über genau diese und ihre Besonderheiten, er erforscht kulturgeschichtliche Hintergründe und würzt mit Anekdoten und dem Wissen eines leidenschaftlichen Hobbykochs und weitgereisten Feinschmeckers. Gehaltvolle Reiseberichte, in denen es um gewachsene Traditionen und um die Weitergabe des Feuers geht.

 

Folge 3 - SIEBENBÜRGEN

In dieser Folge der Kulinarikreihe begleiten wir Lojze Wieser durch die Landschaften und Küchen Siebenbürgens. Hier treffen besonders viele Kulturen aufeinander. Die rumänische, die sächsisch-deutsche, die österreichisch-landlerische und die szekler-ungarische Kultur treffen hier seit Jahrhunderten - oft sich reibend - aufeinander. Heute begegnen sie sich in kulinarischer Hinsicht - eine friedliche Koexistenz von Speisen und Geschmäckern, wie sie in der Gegend um Hermannstadt, Sibiu, Nagyszeben spürbar wird. Die verschiedenen Volksgruppen brachten ihre Kochtraditionen mit, die in ständigem Wandel und mit Anpassungen in Notzeiten bis heute überlebt haben. Geschmäcker der Vergangenheit und neue Zutaten, wie die in Siebenbürgen wiederentdeckte Sommer- und Winter-Trüffel, wecken die Lust, in die Region zu reisen und sich vor Ort auf neue Kocherfahrungen einzulassen. Siebenbürgen in Rumänien ist ein Land der Vielfalt und der Minderheiten. Die Ungarn haben die Paprika eingebracht, die Landler die Süßspeisen und die Sachsen Wein und die reichhaltigen Mehlsuppe. Ihren Namen bekamen sie wohl von Saxones, nach dem lateinischen Stereotyp jener Zeit für Siedler aus dem Westen. Ein Land, dass Fröhlichkeit und Zuversicht verbreitet, das Innenhöfe öffnet und die Seelen; ein Land, dass ein Gefühl des Heimkommens und des Willkommenseins verbreitet; ein Land, dass immer wieder, trotz aller Wunden, zu sich kommt und die Zeit nicht allzulange mit dem Wundenlecken verbringt, auch wenn sich Kerben in die Seele kratzen. Ein Land, dass nach vorwärts schaut, dass nicht aufgibt, sich aber auch nicht offen dem Vergangenen stellt, wohl auch, weil der tieferliegende Schmerz viel schmerzhafter ist, als man es nach außen zeigt. Und ein Land, in dem Kulturen und Sprache lernen, wie Sprachen ohne Territorium überleben.

 

ZUM NACHKOCHEN

SCHWEINESCHWARTENSUPPE (CIORBA DE SORIC DE PORC)

Rezept der Familie Stoenescu Corina u. Radu, Hermannstadt, Siebenbürgen

Ein halbes Kilo Schweineschwarte wird zehn Minuten mit Lusstock/Liebstöckl/Maggikraut gekocht, das Wasser dann weggegossen, dann wieder mit Liebstöckl und Salz gekocht, bis die Schwarte, wenn man sie aus dem Topf hebt, von der Gabel fällt.
Extra Wurzelsuppe kochen, beide Suppen vermengen, ergibt ca. 8 Liter; einen halben Liter 15-prozentigem sauren Rahm und acht Eidotter verrühren und löffelweise in die Suppe einrühren. Nicht mehr kochen, die Hälfte des Gemüses passieren und zur Suppe beifügen (je 3 Zwiebel, Karotten, Sellerieknollen, Selleriegrün, viel Liebstöckl, Pastinacken, Knoblauch, eine scharfe Pfefferoni, Salz, eine geriebene Karotte andünsten und der Suppe beifügen, gibt Farbe!)
Gekochte Schwarte in 4 bis 5 cm lang, halben Zentimeter dicke Streifen schneiden, in die Suppe fügen. Mit gehacktem Liebstöckel, frisch geriebenem Kren und Knoblauchmayonaise verfeinern.
Dazu einen frischen Pfefferoni beißen.

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