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Raus aus der Komforzone
104 Min
Ab 12 Jahren
Deutschland
2022
original mit UT
Ton
UT: Deutsch, Deutsch SDH, English
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Verlauf

DER RUSSE IST EINER DER BIRKEN LIEBT

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Filmbeschreibung

Mascha ist Ende zwanzig und angehende Dolmetscherin. Sie spricht fünf Sprachen, bekommt im Studium durchgehend Bestnoten und hat „die richtigen” Praktika absolviert. Mit ihrem besten Freund Cem (Sohel Altan Gol) dolmetscht sie neben dem Studium auf Kongressen, die beiden sind ein eingespieltes Team. Die Chancen, eine der heiß begehrten Stellen als Übersetzerin bei den Vereinten Nationen zu ergattern, stehen gut. Gemeinsam mit ihrem Freund Elias (Slavko Popadić) und Stapeln von Wörterbüchern wohnt Mascha in einer Kölner Altbauwohnung. Ihr Leben läuft in geordneten Bahnen, bis Elias eines Tages zum Fußball geht und nicht nach Hause kommt.


Die Diagnose im Krankenhaus ist ein Oberschenkelhalsbruch, nichts Dramatisches, schließlich ist Elias jung und kerngesund. Er wird operiert, Mascha besucht ihn und kurze Zeit später wird er entlassen. Zurück in der Wohnung sind die Dinge trotzdem nicht wie vorher. Elias mit Gipsbein und Krücken ist stiller und ernster. Er will wissen, wer Mascha ist, sagt, er würde sie nicht wirklich kennen. Mascha winkt ab. Sie ist als Kind von Aserbaidschan nach Deutschland emigriert, um dem Bergkarabachkonflikt und den Pogromen an der armenischen Bevölkerung zu entgehen. Ihre Familie ist jüdisch, ihre erste Sprache Russisch, ihre Staatsbürgerschaft deutsch. Über das, was sie in Aserbaidschan erlebt hat, spricht sie nicht. Die Beziehung bröckelt, aber Mascha und Elias halten sich aneinander fest. Sie brauchen Zeit, um in ihren Alltag zurückzufinden. Zeit, die sie nicht haben, denn eines Nachts wird Mascha von Elias Schmerzensschreien aus dem Schlaf gerissen. Der Oberschenkelbruch hat sich zu einer Sepsis entwickelt. Elias kommt erneut ins Krankenhaus und stirbt, ohne dass Mascha Abschied nehmen kann.


Zeigte Maschas Leben nach Elias Unfall Risse bricht es nun vollkommen auseinander. Mascha schwankt zwischen Autopilot und der vollständigen Unfähigkeit, für sich zu sorgen. Cem ist da, kocht ihr Essen, bringt sie ins Bett, packt Elias Leben in Umzugskartons. Mascha schließt ihr Studium zwar mit Bestnote ab, aber ohne jede Freude, ohne Perspektive. Anstatt bei den Vereinten Nationen anzufangen, bricht sie ihre Zelte in Deutschland ab und zieht nach Tel Aviv, um für eine kleine NGO zu arbeiten. Es war Elias Wunsch, gemeinsam nach Israel zu reisen, und er begleitet Mascha in Tagträumen und Erinnerungen. Die Grenzen zwischen Maschas Leben in Tel Aviv und ihrer Zeit mit Elias in Deutschland verwischen.


In Tel Aviv begegnet Mascha Tal (Yuval Scharf). Die beiden beginnen eine unstete Beziehung und Mascha, die vorher so unabhängig wie selbstbewusst war, klammert sich plötzlich an Tal, ist im Begriff, sich selbst zu verlieren. Der Verlust von Elias reißt alte Wunden neu auf, scheint sie unheilbar zu vertiefen. Mascha ist konstant in Bewegung, versucht, vor ihrer Trauer davonzulaufen, bis plötzlich Cem vor ihrer Tür steht; eine Verbindung zu ihrem alten Leben in Deutschland. Am Ende lässt Mascha Tel Aviv hinter sich. Es ist ein Neuanfang und eine Rückkehr. Aber nicht zum Alten, sondern zur Geborgenheit einer selbst gewählten Familie.

 


DER RUSSE IST EINER, DER BIRKEN LIEBT ist ein Film über Trauer und Verlust, aber auch über Freundschaft und Liebe in all ihren Facetten. Er porträtiert das Lebensgefühl einer Generation und erzählt vom Weglaufen und Ankommen bei sich selbst.

Regisseurin Pola Beck und Drehbuchautor Burkhardt Wunderlich haben mit DER RUSSE IST EINER, DER BIRKEN LIEBT den gleichnamigen Roman von Olga Grjasnowa verfilmt. Sie erzählen die Geschichte elliptisch und springen zwischen Tel Aviv und Köln hin und her. Die Szenen verweben sich zu einem narrativen Geflecht aus Erinnerungen, deren zersplitterte Struktur Maschas Trauer widerspiegelt. Ihre Erinnerungen an Elias gehören nicht der Vergangenheit an, sondern sind für sie so präsent wie die Gegenwart. Genauso wie Maschas Leben zerbricht auch die Struktur des Films, bevor sie sich schließlich neu zusammensetzt. Kameramann Juan Sarmiento G. findet hierfür kompromisslose und präzise Bilder, deren Schönheit in schmerzhaftem Gegensatz zu Maschas Trauer und Schmerz steht. Die Schönheit, mit der der Film die Welt festhält, macht Maschas Verlust erfahrbar und gleichzeitig erträglich. Es ist ein Film mit großen Bildern und großen Emotionen, ohne Theatralik, aber mit viel Einfühlsamkeit. Mascha, ihre Kraft, ihre Verletzlichkeit und Wut sind das Herzstück des Films. Pola Beck gibt ihrer Hauptfigur die Freiheit, sich in ihrer Trauer extrem zu verhalten, nicht perfekt und trotzdem emotional zugänglich zu sein – ein erzählerisches Privileg, das sonst vor allem männlichen Charakteren zuteil wird. Damit bricht der Film mit dem Bild der trauernden Frau, die ihr Leid still und hinter vorgehaltener Hand erträgt. Dass es möglich ist, stets ganz nah bei Mascha zu sein und mit ihr zu fühlen, ist Aylin Tezel zu verdanken. Sie spielt Mascha mit einer emotionalen Schlagkraft, die mal in die Magengrube und mal ins Herz trifft. Aylin Tezel zeigt Maschas Härte und ihre weichen Seiten, ihre Fähigkeit, komplett zu lieben und ihre Angst, sich ganz zu zeigen. Alle Figuren – Sohel Altan Gol als Cem, Yuval Scharf als Tal, Slavko Popadić als Elias und Bardo Böhlefeld als Sami – sind vielschichtig und nahbar. Unter der Regie von Pola Beck ist die Vertrautheit zwischen ihnen stets spürbar, egal wie oft oder lange ein Charakter auftritt.

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