

Der Dokumentarfilm Genesis 2.0 von Regisseur und Produzent Christian Frei offenbart ein Zukunftsszenario der Stammzellenforschung das zum Nachdenken anregt. Auf den abgelegenen Neusibirischen Inseln im arktischen Ozean suchen Jäger nach Stosszähnen, dem weißen Gold, von ausgestorbenen Mammuts.
Doch der auftauende Permafrost gibt nicht nur wertvolles Elfenbein frei. Manchmal finden die Jäger auch ein fast vollständig erhaltenes Mammutkadaver mit Fell und Muskelgewebe. Der Fund ruft hochtechnisierte Klonforscher auf den Plan. Was für das Industriezeitalter die Maschine war, ist für die Genetik die Zelle. Eine erschreckend realistische Science-Fiction-Welt offenbart sich.
Der Film beobachtet den harschen und gefährlichen Alltag von sogenannten Mammutjägern auf einer abgelegenen Inselgruppe. Die archaische Landschaft, in der diese Menschen nach Stosszähnen längst ausgestorbener Mammuts suchen, erinnert an die Urzeit der Erde. Es herrscht eine Art Goldrauschstimmung. Darüber hinaus geht Frei auch auf die sogenannte synthetische Biologie ein, deren Ziel es ist, künstliches biologisches Leben zu erschaffen.
Die Zusammenarbeit mit Co-Regisseur Maxim Arbugaev in diesem Projekt sieht der Oscar nominierte Regisseur Christian Frei dabei als eine der besten Erfahrungen seiner Karriere.
Statement Regisseur und Produzent Christian Frei
„…Genesis 2.0 führt die Zuschauer in eine unbekannte Welt, die mit unserer alltäglichen Erfahrung nur sehr wenig zu tun hat. Wir verstehen lange nicht, was die Männer im Film eigentlich suchen. Was sie antreibt. Wer sie sind. Langsam realisieren wir, dass da eine Art Goldrausch stattfindet. Wir erfahren von Träumen, Hoffnungen und Ängsten. Und erleben die nüchterne Realität und dem Überlebenskampf…
Jeder Protagonist, der im Film auftaucht, wird mit seinen Zielen ernst genommen. Die Haltung des Films ist eine Haltung der neugierigen Skepsis. Er stellt Fragen und prangert nicht einfach an. Er versucht, das Fremde zu verstehen. Aber er bejubelt es auch nicht naiv…“
Statement Co-Regisseur und Cinematographer New Sibirian Islands Maxim Arbugaev
„…Christian und ich teilen unsere Gedanken und Gefühle. Ich erzähle Christian, was mit mir und auf den Inseln geschieht. Christian erzählt, was ihm seine Besuche in den Laboratorien offenbaren… Die Jäger sind Ureinwohner des Nordens. Sie praktizieren Schamanismus und glauben an die Geister der Natur…. Einmal zeigt sich die Arktis ihnen gegenüber grosszügig und lässt sie Stosszähne finden, ein anderes Mal ist sie brutal und zerstörerisch. Die Jäger sind sich ihrer eigenen Verletzlichkeit bewusst und haben Angst, einen falschen Schritt zu machen. Sie sehen die Natur als eine lebendige Kreatur mit gewaltigen und unbegreiflichen Kräften. Vor der Zeit des „Stosszahn-Rausches“ waren diese Menschen Jäger und Fischer. Sie wuchsen in einer Kultur auf, in der man Tiere nur dann und in der Menge töten darf, um die eigene Familie ernähren zu können.“
In diesem Spannungsfeld bewegt sich der Film. Am Anfang wie auch am Ende des Films zitiert eine Frauenstimme das jakutische Epos „Olonkho – Eles Bootur“.
Im November 2005 erklärte die UNESCO Olonkho zu einem „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Kulturerbes der Menschheit“. Das jakutische Heldenepos ist in der Liste der 100 empfohlenen Büchern außerschulischer Literatur aufgeführt. Olonkho ist eine Form antiker Sagenepen. Die Gedichte bestehen aus 10'000 bis 15'000 Zeilen und werden traditionell von Erzählern vorgetragen.

