


Von Hamburg nach Turkmenistan: Der 13-jährige Robert darf in den Ferien seinen Vater besuchen, der als Ingenieur in der Wüste Karakum arbeitet. Am Flughafen holt ihn der Lastwagenfahrer Pjotr ab. Als Dritten hat Pjotr seinen Neffen Murad dabei, der zu einer entfernten Oase will. Doch manches geht schief auf dem Trip durch die Wüste, und der LKW bleibt in den Sanddünen liegen. Während Pjotr aufbricht, um die nächste Wasserstelle zu suchen, sind die Jungen in der glühenden Hitze auf sich selbst gestellt. Pjotr kehrt nicht zurück, und dem Segel-Fan Robert kommt die rettende Idee: Aus der Ladung des LKWs bauen sie einen Strandsegler - und schon bald beginnt eine abenteuerliche Segeltour durch die Wüste, bei der Murad und Robert von dem profitieren, was sie trotz aller kulturellen Gegensätze gemeinsam haben: Erfindungsgeist und eine gehörige Portion jugendliche Abenteuerlust.
Regisseur Arend Agthe hat seinen Jugend & Familien-Abenteuerfilmklassiker von 1993 im neuen Director‘s Cut digital überarbeitet und um 10 Minuten gekürzt – und damit noch mehr Tempo in die Geschichte voller Spannung, Action und eindringlicher Bilder der Landschaft Turkmenistans gebracht.
KARAKUM erhielt in der ursprünglichen Version von 1994 den UNICEF-Preis beim Kinderfilmfest der Berlinale und 1995 den Goldenen Spatz des Deutschen Kinder-Film & Fernsehfestivals in Gera.
Zusätzlich wurde die neue Version mit dem Prädikat "besonders wertvoll" von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) ausgezeichnet, die dazu folgendes in ihrer Jurybegründung schreibt: "Zwei Dreizehnjährige, ein Deutscher und ein Turkmene, gehen in der Wüste verloren. Diese Konstellation einer Geschichte ermöglicht das Gegensätzliche, aber auch das Gemeinsame zweier verschiedener Kulturen aufzuzeigen. Der Deutsche und der Turkmene, plötzlich aufeinander angewiesen, verständigen sich, ohne miteinander reden zu können, denn keiner versteht die Sprache des anderen. Das Drehbuch wartet mit einer Fülle von Ereignissen auf. Immer wieder wird die Rettung der Kinder hinausgezögert. Dabei kommt es auch zu Zwischenfällen, deren Zufälligkeit nicht auf die Waage der Logik gelegt werden sollte, Unglaubwürdigkeiten bleiben nicht ausgespart. Aber ein Abenteuerfilm dieses Genres kann auf solche Ingredienzien nicht verzichten, und die dadurch entstehende Spannung sorgt dafür, dass das Interesse am Schicksal der Kinder wach bleibt.
Diese sind nicht nur in ihrer Cleverness den Erwachsenen in der Handlung überlegen, sondern auch als Darsteller durchaus ebenbürtig. Die Regie führt sie unaufdringlich durch alle Widrigkeiten. Die Kamera schwelgt in Bildern von einer Landschaft, deren Kargheit und Unerbittlichkeit spürbar bleibt, optische Idylle gibt es hier nicht."

