


Der mehrfach preisgekrönte und kontrovers diskutierte Film zeigt das Leben junger Sexarbeiterinnen aus Afrika und Osteuropa, die in ausrangierten Wohnmobilen ihre Körper verkaufen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Wie gestrandete Raumschiffe wirken die blinkenden, mit Lichterketten verzierten Minibordelle, die an einsamen deutschen Landstraßen und gespenstisch wirkenden Waldstücken stehen, wo Frauen aus aller Welt auf vorbeifahrende Kundschaft warten. Als eine der Prostituierten ermordet wird, verbreitet sich Angst in diesem bizarren Mikrokosmos, der ohnehin schon von einer angespannten und trügerischen Ruhe geprägt ist. Ein ungewöhnlich intimer Film, der gleichermaßen schockiert wie fasziniert und zum Nachdenken anregt.
Die Dokumentation stand im Mittelpunkt eines der hitzigsten Skandale der deutschen Film- und Fernsehbranche; vermeintliche Doku-Szenen aus dem Sex-Gewerbe erwiesen sich als mit Schauspielern nachgestellte Passagen. Der Doku-Film sorgte zwei Mal für ein breites Echo in den Medien: Nach der Premiere mit begeisterten Rezensionen im Feuilleton gefeiert, nach dem Eklat um die Spielfilmszenen überall erneut intensiv debattiert. International spielte der Film im Programm der renommiertesten Festivals: Locarno, Slamdance, DOK.fest München, Shanghai International Film Festival, etc. und erhielt etliche Auszeichnungen sowie den Dokumentarfilmpreis 2020, den die Regisseurin Elke Lehrenkrauss später zurückgab. Außerdem war der Doku-Film in der Vorauswahl des Deutschen Filmpreises und für einen Grimme-Preis nominiert, doch die Jury zog die Nominierung zurück. Der NDR distanzierte sich. Nun ist der Film für die breite Öffentlichkeit verfügbar.

