


Sieht so das Paradies aus? Ein ergreifender, ungewöhnlicher Film, der in wunderschönen Bildern die außergewöhnliche Lebensweise des kleinen Volkes der Todas in den Nilgiri-Bergen Südostindiens portraitiert. Der Zuschauer erlebt noch die heitere und glückliche Welt der Todas. Aber die Zivilisation bedroht ihr Paradies – von innen wie von außen.
Die Todas sind ein besonderer Stamm im südindischen Nilgiri-Gebirge von nur 1.000 Menschen, die noch nie einen Krieg erlebt haben. Sie arbeiten nicht, sie betreiben weder Ackerbau noch Handel oder Handwerk. Sie ernähren sich von den Gaben des Dschungels und leben ausschließlich von dem, was sie im Wald finden und von der Milch wilder Büffel, die sie wie ihresgleichen verehren – nicht jagen und nicht töten. Sie haben eine einzigartige Sprache, aber keine Schrift. Sie glauben nicht an Götter, aber leben in geistiger Verbindung zu ihren Ahnen und zu besonderen Steinen, Bäumen, Bergen, Seen, die sie als lebendige Wesen erfahren. Die wunderschönen Frauen pflegen die Tradition der Polygamie und leben z.T. in Vielmännerei. Ihre Familie ist der Klan. Die Männer wollen dominieren, aber die Frauen sind stärker. Eine Hierarchie mit einem Oberhaupt kennen sie nicht. Der Film beschreibt den Alltag und die natürliche Lebensweise einer ethnischen Minderheit, die in den Bergen in Harmonie mit der Natur und noch unberührt von der Zivilisation lebt.
HINWEIS: Wie am Trailer zu erkennen ist, ist der Film im alten 4:3 Format in SD Qualität gedreht.
Der Film gewann 1996 den One-Future Preis auf dem Filmfest München. Außerdem wurde er ausgezeichnet mit dem Prädikat "wertvoll" von der Deutschen Film- & Medienbewertung (FBW), die in ihrer Jurybegründung unter anderem schreibt: "Clemens Kuby's Film vermittelt auf sehr informative und detailgenaue Weise ein umfassendes Bild der Todas, eines kleinen Volksstammes aus den südindischen Bergen. Er beschreibt mit schönen Bildern die Tradition der Todas, ihre Riten und Gebräuche, läßt sie von ihren Sagen erzählen. Menschen, die in besonderer Weise der Natur verbunden sind und eine entsprechende Lebensform einhalten. Dieser ruhigen Lebensform paßt der Film auf angenehme Weise seinen Erzählrhythmus an. Gut treffen die verschiedenen Sprecherinnen und Sprecher die Elegie und Poesie der Sprache, vor allem der Todas-Frauen. Diese scheinen offensichtlich, trotz des Patriarchats der Männer, eine starke Dominanz auszuüben. So vermittelt sich ihr aufgeklärtes, ja "emanzipatorisches" Lebensverständnis. Hier wirkt leider der Kommentar der Frauen (deutsche Übersetzung) manchmal zu stark an westliche Begriffe und Empfindungen angeglichen. Der Film zeigt auch eindrucksvoll die Bedrohung dieser Lebensgemeinschaft durch Umwelteinflüsse und Beeinflussung durch andere Lebensformen (Großstadt und andere Religionen)."

